In der Nachkriegszeit galt es zunächst die beschädigten oder ganz zerstörten Anlagen instand zu setzen. Diese schwierige Aufgabe bewältigte FEP mit staatlicher Unterstützung und mit tatkräftiger Hilfe der Bürgerinnen und Bürger Mazedoniens. Gleichzeitig wurde die Elektrifizierung vorangetrieben, so dass nach und nach in allen Städten und Dörfern Strom zur Verfügung stand, wodurch das Alltagsleben wesentlich erleichtert wurde. Das Verteilnetz, die Trafostationen und anderen Anlagen sind systematisch und mit viel Einsatz ausgebaut worden, um den wachsenden Strombedarf von Industrie und Haushalten zu befriedigen.
Die bedeutendsten Erzeugungsanlagen in Mazedonien, die bis zur Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit errichtet wurden, sind (Jahr der Inbetriebnahme):
- Wärmekraftwerk Madzari (1949)
- Wasserkraftwerk Mavrovo (1957)
- Wasserkraftwerk Globocica (1965)
- Wasserkraftwerk Tikves (1968)
- Wasserkraftwerk Spile (1969)
- Wärmekraftwerk Negotino (1978)
- Wärmekraftwerk Oslomej (1980)
- Wärmekraftwerk Bitola, direkt am Kohlebergbau (1982)
Die in den Jahrzehnten bis zur Unabhängigkeit aufgebauten Elektrizitätsversorgungsanlagen waren in das jugoslawische Netz eingebunden. Nach dem Zerfall der jugoslawischen Föderation und der Erklärung der Unabhängigkeit der Republik Mazedonien wurde auch die Verbindung mit dem Hochspannungsnetz Restjugoslawiens zeitweise unterbrochen. Die Versorgung der mazedonischen Stromkunden konnte dennoch weitgehend störungsfrei fortgesetzt werden, weil mit dem Großkraftwerk Bitola, das rund 70% des mazedonischen Elektrizitätsbedarfs abdeckt, ausreichende Erzeugungskapazitäten zur Verfügung standen.
Zur Vorbereitung der Privatisierung wurde das vormals voll integrierte Stromunternehmen Elektrostopanstvo na Makedonija (AD ESM) nach den traditionellen Wertschöpfungsstufen des Stromsektors Stromerzeugung, Übertragung und Stromverteilung in vier unabhängige Unternehmen aufgeteilt. Zunächst wurde 2004 der staatliche Übertragungsnetzbetreiber, Makedonski elektro prenosen sistem operator (MEPSO) herausgelöst. Im Jänner 2005 folgte die Abspaltung des Erzeugungsbereiches. Ausgegliedert wurden dabei zwei Stromerzeuger: AD Eleketrani na Makedonija (ELEM) als größter Energieproduzent Mazedoniens sowie AD TEC Negotino mit einem Wärmekraftwerk. AD ESM blieb weiterhin für den Betrieb der Stromverteilernetze und die Betreuung der Endkunden zuständig. Im Dezember 2005 wurden 90 % an AD ESM in einem öffentlichen Verfahren ausgeschrieben. EVN AG erhielt dafür den Zuschlag. |